Gartenorchideen Koch

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Pflege im Garten

Bodeneigenschaften

 

Entscheidend ist ein gut strukturierter, frischer, kühler, aber nicht nasser Boden mit einer guten Drainage. Bei Staunässegefahr ist in den Unterboden gebrochener Blähton oder Bims einzuarbeiten.
Bei sandigen Böden, die zum Austrocknen neigen, kann die Wasserspeicherfähigkeit durch das Einmischen von Seramis verbesessert werden. Die oberen 10 cm sollen eine lockere, krümelige Struktur aufweisen.
Das Einbringen von Humus oder Torf in die Pflanzerde schädigt die Frauenschuhe mehr als dass es nutzt.
Günstig auf die Bodenstruktur und Bodenfeuchte wirkt sich das Aufbringen einer dünnen Schicht von Buchenlaub oder von Rindenhumus aus.


Um ein geeignetes Kultursubstrat zu erhalten, wurden von Liebhabern viele Versuche unternommen und sehr unterschiedliche Empfehlungen abgegeben. Vor allem wurden rein organische Substrate verwendet. Dies führte zum Ausfall vieler Pflanzen und hat den Ruf der nicht Kultivierbarkeit von Cypripedien gefördert.

Bereits Fuchs und Ziegenspeck (1926) verweisen darauf, daß der Keimhorizont von Cypripedium calceolus nicht die Mullschicht des Oberbodens darstellt, sondern die Keimung an der Grenze zwischen der organischen Deckschicht und dem mineralischen Unterboden stattfindet. Lucke (1981) beschreibt die Keimung von Cypripedium calceolus im mineralischen Unterboden oder höchstens an der Grenze Unterboden - Humus. Außerdem stellt er fest, daß in diesen Schichten der Gefrierpunkt nur sehr selten, und wenn, dann nur leicht unterschritten wird.
Frosch entwickelte bereits 1980 für Orchis morio ein Substrat, das frei von leicht zersetzbaren Humusbestandteilen war. Cypripedien Jungpflanzen kultiviert er in einem rein anorganischen Material, zum Beispiel Seramis®. Bei älteren Pflanzen wird Rindenhumus oder ungedüngte Blumenerde zugeschlagen. Größere Pflanzen sollten alle drei Jahre in eine Mischung aus einem Teil Rindenhumus, drei Teilen Seramis® und einen Teil Blähton der Körnung zwei bis vier Millimeter getopft werden, wobei die obere Bodenschicht jedes Jahr im Herbst zu wechseln ist. Sheviak (1997) kultiviert Cypripedien erfolgreich in einer aufgekalkten Quarzsand - Schwarztorfmischung, deren Konsistenz er als "schmutzigen Sand" bezeichnet, Tomita (1996) arbeitet mit einer Mischung aus Sand, Vulkanasche und Vermikulit (1:1:1). Meier (1997) rät für die Kultur von Cypripedium reginae ein Substrat, das je zu einem Drittel aus Quarzsand, Seramis® und Ton besteht.

Perner veröffentlicht 10 verschiedene Cypripediensubstrate und ordnet sie den einzelnen Arten zu (Perner in Cribb 1997).

 
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